Sonntag, 6. November 2011

Heute wird geheiratet!


Wow, ich erlebe gerade so viel und weiß gar nicht, wann ich überall alles berichten soll. Ich bin euch ja auch noch einen, zumindest kurzen Urlaubsbericht schuldigt, aber der muss warten. Heute geht es erst mal um die traditionelle indonesische Hochzeit, bei der ich am vergangenen Freitag war.

Am Donnerstagabend bekam ich eine Nachricht von einer Indonesierin (Dwi), die ich erst am vergangenen Sonntag kennengelernt hatte, auf mein Handy. Sie fragte mich, ob ich nicht spontan Lust hätte mit ihr auf eine typisch indonesische Hochzeit am folgenden Tag zu kommen. Weil ich das schon die ganze Zeit so gerne wollte, sagte ich zu. Zum Glück hatte ich ein schickes Kleid aus Deutschland mitgenommen und mir wurde gesagt, dass man keine Geschenke mitbringt, sondern Geld in eine Dose schmeißt, was ich aber nicht müsste. (Natürlich war ich fast die einzige in einem schicken Kleid und nicht in traditioneller Kleidung.)

So fuhr ich zuerst zu ihrer Familie, die mich dann mit ihrem Auto in den Norden der Stadt zum Festsaal mitnahm. Mir wurde gesagt, man werde immer als ganze Familie eingeladen und bringt dann einfach ein paar Leute mit: Vater, Mutter, Kinder, Hausangestellte, Kindermädchen, Fahrer, enge Freunde… Da die drei Geschwister von Dwi aber keine Zeit hatten, hat sich spontan überlegt, mich mitzunehmen, um wahrscheinlich ein bisschen mit mir „anzugeben“, denn schließlich war ich die einzige Weiße auf der Hochzeit. (Das Paar wollte sogar unbedingt ein Foto mit mir.) (Das Video habe ich leider hochkannt gedreht.)


Die Tänzerinnen, die vorweg liefen
Wir kamen dort um kurz nach 12 an und der Saal war schon mit ca. der Hälfte der mindestens 500 Gäste gefüllt. Auf den Tischen stand typisches Essen aus Nordsumatra, dem Volk der Batak. Die Familien der beiden sind Batak und demnach mussten sie auch nach ihrer Tradition heiraten. Batak sind übrigens Christen und keine Moslems wie die Javaner und die meisten anderen Indonesier.  Als wir gerade kamen, waren schon die „Tänzer“ am Werk, um durch ihre Tänze die Leute zu begrüßen. Kurze Zeit später lief das Hochzeitspaar ein. Das Paar (Jimmy & Karolita) musste sich an einen kleinen Tisch auf einer kleinen Bühne setzen, der in
Einlaufen
Richtung aller Gäste war. Links von ihnen saßen die Familienangehörigen des Bräutigams und rechts die der Braut. Es wurde gebetet und gegessen (was ich geschmacklich übrigens fürchterlich fand). Zum Glück gab es im Nebenraum noch „moderneres“ asiatisches Essen für die Muslime auf der Hochzeit.




Nachdem Essen hat sich jeder zum Gratulieren angestellt. Ich musste also schnell noch das auswendig lernen, aber spätestens nachdem ich dem 9. Familienmitglied „Selamat berbahagia!“ gewünscht hatte, konnte ich das dann auch. Allerdings fand ich das Händeschütteln irgendwie schwieriger und bei Männern und Frauen war das zudem auch noch unterschiedlich. Ich denke, sie werden es mir verzeihen. 


engste Familie des Bräutigmas in traditioneller Kleidung

Danach gingen die traditionellen Tänze los. Mhm, ich habe ein Video gedreht; das kann man sonst so schlecht beschreiben. In der Kultur wird sehr viel über Tänze ausgedrückt und die hatten alle eine Bedeutung: Begrüßung, Dankbarkeit, Geschenkübergabe, Übergabe der Braut und die Familie des Bräutigams, Segensübergabe, gute Wünsche,… Für mich sah das irgendwie immer gleich aus. So ging das Stunden! Ich wurde ja gewarnt, dass es langweilig werden würde, aber selbst das Paar war soooooooooooooo gelangweilt. Die mussten die ganze Zeit sitzen und nur ab und zu zum Gratulieren aufstehen und haben sehr viel gegähnt. Sehr sympathisch. Allerdings hatten sie auch keine Wahl: Die Familie entscheidet wie geheiratet wird. Hier zahlt die Hochzeit übrigens die Familie des Bräutigams. Wenigstens gab es zwischendurch Obst und andere indonesische
Tänze vor dem Brautpaar
Süßigkeiten wie frittierte Bananen oder landestypischen Kuchen. Auch ja die engsten Familien haben übrigens noch gekocht Schweinefleisch als Geschenk bekommen und eine sogar den Schweinekopf, der dann die ganze Zeit auf dem Tisch im Saal plaziert war. (Naja, besser als die Moslems, die heute gerade auf der Straße Ziegen und Rinder schlachten, weil heute ihr Opferfest ist.)

Gegen halb sechs sind wir dann gegangen. Da saß das Paar vor der Bühne; in eines der typischen Bataktücher eingewickelt und es tanzten wieder Leute um sie herum.


Folgende Dinge habe ich an dem Tag gelernt/ beschlossen:
-1. Ich werde niemals einen Batak heiraten ;-)
  2. Ich  bin so dankbar in einem Land und in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der ich entscheiden darf wie ich heirate.
  3. Dieses Land ist noch traditioneller als bisher gesehen.
  4. Traditionelle Kleidung hier ist nicht schön! (Ich werde sie mir trotzdem anfertigen lassen ;-)

Tanz zur Übergabe des Tuches als Ritual
Tipp für Leute, die sich gerne über deutsche Behörden, Verkäufer, Straßen oder Verkehrsmittel oder vieles andere in Deutschland beschweren: Kommt für 1-2  Monate hierher und ihr seid kuriert! ;-)

Dennoch bin ich super dankbar, dass Dwi mich mitgenommen hat. Ich finde es total spannend, die Kultur kennen zu lernen und zu vergleichen. Wenn es auch manchmal ein bisschen negativ hier anklingt, sind vieles einfach Feststellungen aus der Sicht einer strukturierten direkten Norddeutschen. Ich bin sehr gespannt auf alles, was ich hier noch erleben werde. Hoffentlich schaffe ich es auch noch auf eine typisch javanisch- muslimische Hochzeit!

Mittwoch, 2. November 2011

Die gute Fee


Jetzt habe ich sie: Meine gute Fee! Meine Mitbewohnerin beschwert sich zwar ständig, dass sie zu wenig lächelt, aber ich bin so froh, dass es sie gibt. Bei mir lächelt sie auch recht viel, vor allem wenn ich sie lobe und mich bei ihr bedanke.

Von wem ich spreche? Der ein oder andere mag es ahnen. Ich spreche von Tia, unserer Hausangestellten, auf Indonesisch „pembantu“ (bantu = helfen). Ich weiß nicht wie ich je wieder ohne sie leben soll! ;-)

Mein Miete beinhaltet übrigens neben Wasser, Strom, TV, Internet, gekochtem Reis (richtig gelesen) auch eine pembantu. Am Anfang viel es mir schon sehr schwer mit ihr umzugehen und manchmal tut sie mir auch wirklich leid, wie meine Mitbewohnerin sie behandelt, aber ich finde Tia mittlerweile toll!
Sie bewohnt ein sehr kleines Zimmer mit Fernseher und hat ihr eigenes indonesisches Bad mit Stehklo und Wasserbecken samt Kelle zum Duschen bei uns im Haus. Jeden Morgen wird das komplette Haus gefegt und gewischt und die Badezimmer geputzt. Wenn ich jeden Tag das Haus verlasse, passiert das automatisch in meinem Zimmer und Bad. Zudem wird der Müll ausgeleert, mein Bett gemacht, mein Schreibtisch aufgeräumt oder was sonst in meinem Zimmer rumfliegt (für die Süddeutschen unter euch: rumfährt) und das coolste: Meine Wäsche wird gewaschen und gebügelt abends wieder auf mein Bett gelegt!

Die gute Tia in der Kochecke
Unser Haus, wie eigentlich fast jedes in dieser Stadt, hat ein Tor, das aus Sicherheitsgründen immer abgeschlossen ist. Die Haustür natürlich auch. Am Anfang habe ich immer versucht, es selbst aufzuschließen, aber mittlerweile aufgegeben, weil der Schlüssel von innen immer steckt und ich dann sowieso klingeln muss, damit Tia mir das Tor und die Tür aufmacht. Heute zum Beispiel war ich zu faul meinen Regenschirm für die Minute rauszuholen und Tia hat mich dann extra mit Schirm die drei Meter ins Haus begleitet, obwohl ich meinte, dass das nicht nötig sei. War es anscheinend wohl und in solchen Momenten fühle ich mich wirklich unwohl, weil diese Situation und die vielen anderen, sie gefühlt zum Menschen zweiter Klasse machen. Vor allem, wenn ich sehe wie sie von Indonesiern behandelt wird. Kein Wunder, dass sie bei denen nie lacht!

Am Abend gebe ich ihr jetzt neuerdings öfter mal Geld und sie geht einkaufen, um mir dann am nächsten Tag Essen zu kochen! Tia kann ziemlich gut kochen, nur muss ihr natürlich sagen was, aber ich kenne nicht so viele indonesische Gerichte. Selbst mein Indonesischlehrer ist völlig begeistert von ihrem Essen und hat mir heute eine Liste mit indonesischen Gerichten genannt. Am Anfang war es mir sehr unangenehm, sie zu bitten für mich zu kochen und ich habe oft selbst gekocht und das ein oder andere Glas abgewaschen, aber mir wurde gesagt, dass das sehr unhöflich und ihr gegenüber respektlos sei. Meine Mitbewohnerin lässt sich alles ins Zimmer bringen und wieder abholen. Ich esse dann doch lieber am Küchentisch und räume mein Geschirr hinterher in die Spüle. Für mich ist sie kein Buttler!

Achja, und wenn meine Schuhe geputzt werden müssen, tut sie das natürlich auch und wahrscheinlich würde sie noch viel mehr machen, aber das mag ich nicht. Ich habe mich immer schlecht gefühlt, dass sie hier 7 Tage die Woche arbeitet (mit natürlich viel freier Zeit zwischendurch) und ziemlich wenig Gehalt bekommt, aber mir wurde gesagt, dass es kulturmäßig ein absolutes No-Go ist, keinen einzustellen, weil man dann als geizig gilt und was geheim halten möchte. So sehe ich es jetzt, dass sie dank uns einen Job hat und Geld verdient. Und ich genieße es, absolut keinen Haushalt führen zu müssen! So gut hatte ich es bei Mama nie! ;-) Manchmal werden Wünsche doch wahr…

Sonntag, 30. Oktober 2011

In der Ruhe liegt die Kraft...

Heute geht es um Geräusche und andere Kuriositäten gebunden an eben diese, die mich hier so tag täglich umgeben.

Mein Zimmer mit Klimanlage
Kleine Quizfrage zu Anfang: Woran merke ich morgens, dass ich wach bin?

Wenn ich das Surren der Klimaanalage wahrnehme, das eigentlich nicht der Grund des Aufwachens war, sondern unsere Hausangestellte, die irgendwas putzt oder in der Küche das Frühstück für meine Mitbewohnerin Eda kocht. Diese ist nämlich Indonesierin und isst somit drei Mal am Tag warm. Oder es hat mal wieder an der Tür geklingelt: Das passiert gerne mal 6-7x pro Tag: Meistens kommt irgendein Familienmitglied meiner Mitbewohnerin, die viele hat, da ihr Vater einmal geschieden und nun doch gleich ZWEI Ehefrauen und insgesamt NEUN Kinder hat! Oder es kommt der Wasserlieferant, der Handwerker, das Diätessen, was meine Mitbewohnerin sich liefern lässt, die Post (Briefkästen gibt es nicht), oder oder oder. . .

ungebetenes Haustier: cicak
Heute Morgen habe ich allerdings zum ersten Mal Vogelgezwitscher wahrgenommen! :-) Die Tiere, die ich sonst immer höre, sind die Eidechsen (cicak), die hier im jedem Haus an den Wänden und vor allem hinter den Schränken und Bildern langhuschen. Die machen so komische Piepsgeräusche. Am Anfang dachte ich, ein eigenartiger Vogel hätte sich im Haus verirrt.

Kaki Lima

Nun muss man zu den „Kaki Lima“ etwas berichten. Kaki Lima (Fünf Füße) sind fahrende kleine Gefährte, die entweder an der Straße stehen oder durch die Straßen gefahren/ geschoben werden und Essen und Getränke verkaufen. Jedes dieser kleinen Wagen hat ein eigenes Geräusch, eine Melodie, eine Klingel oder einfach einen Typen, der etwas ruft. So z.B. der „Hähnchen-Mann“. Ich habe ihn noch nie gesehen, aber jeden Morgen zwischen 8 und 9 zieht er durch unsere Straße und ruft: „Ayam! Ayam!“ (Hähnchen! Hähnchen!) Am nervigsten ist der Eismann, der allerdings in ganz Indonesien die gleiche penetrante Melodie hat. Dank eben dieser kann ich ihn überall finden, egal wo und egal zu welcher Tageszeit.

Sonntagsvormittagsverkehr :-)


Da die Regenzeit jetzt so richtig begonnen hat, gewittert es jeden Tag. Das regnet gar nicht unbedingt immer, aber entweder ist aus der Nähe oder Ferne immer ein Grollen zu hören. Irgendwie klingt das hier anders und ein bisschen gruseliger.

Aus irgendeinem Grund sind bei uns seit zwei Wochen täglich Handwerker im Haus, aber egal wo man in dieser Stadt langfährt, findet man überall Baustellen, die so ihren Lärm mitbringen: Häuser werden gebaut/ repariert, Straßen aufgerissen und erneuert, Bushaltestellendächer erneuert, usw. Oh halt, nicht immer wird überall gearbeitet – ich erinnere nochmal gerne an die Bilder vom letzten Post… Alles dauert hier also allein schon deswegen länger. Abgesehen davon, dass der Indonesier anscheinend die Langsamkeit erfunden hat.

 fahrtüchtiges "Ökofahrzeug" ;-)
Nicht zu vergessen: Der Verkehr! Das ist ein ständiges Gehupe und selten gibt es nur einspurige Straßen, sondern 2-5 spurige in eine Fahrtrichtung. Offiziell sind es fünf, in Realität natürlich viel mehr. Deshalb hat man hier auch schon mal gar keine Mittelstreifen aufgemalt… Die Anzahl der Fahrzeuge machen schon ordentlich Lärm, aber das Alter einiger bestimmter Busse und anderer Fahrzeuge, so wollen wir sie mal gutmütig nennen, sorgen für ordentlich hohe Dezibel.

Das, was dieses Land und diese Stadt sehr prägen sind die Moscheen. Man findet sie in jeder Nachbarschaft, in jeder Ecke und in fast jeder Straße. Von hier aus ertönt 5x täglich lautstark der Ruf zum Gebet durch die Lautsprecher. Von meiner neuen Wohnung höre ich zum glück nur eine, von meiner allten wurde ich immer von drein beschallt, die direkt nacheinander zum Gebet riefen.

Der Indonesier scheint zwei Dinge gerne zu mögen: Kälte und Lautstärke. Betritt man ein Einkaufszentrum, lässt es einen fast das Blut in den Andern gefrieren und in vielen Geschäften die Ohren abfallen. Während die Klimaanlagen auf eine sehr niedrige Temperaturen (meistens 18°C, draußen sind es 33-35°C) gestellt sind,  sind die Lautsprecher auf nahezu höchste Stufe gestellt. Ins Kino kann ich nur mit langen Kleidern samt warmen Schal und mit Ohrstöpsel gehen!

Komischer Weise hat der Indonesier wahnsinnige Angst vor einer ganz bestimmt Krankheit, die Verspannungen, Durchfall, Magenkrämpfe, kalte Haut und Kopf-und Rückenschmerzen jeglicher Art auslöst: „Masuk Angin“. Das bedeutet Wort wörtlich übersetzt: „Wind tritt ein“, naja eigentlich heißt es Wort wörtlich: „Eingang Wind“. Vielleicht sollten die Indonesier hygienisch sauberer  mit Lebensmitteln hantieren, die Klimaanlagentemperaturen höher stellen, die Lautsprecher niedriger und überhaupt weniger Lärm machen, denn dann wird man auch weniger krank und braucht keine Angst zu haben, dass Wind in den Körper kommt…

Dennoch: Ich lebe sehr gerne hier!

Freitag, 21. Oktober 2011

Müde bin ich geh zur Ruh...

Indonesien ist ein sehr warmes Land. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass man ständig müde und erschöpft ist. Warum also nicht ein kleines Schläfchen einlegen - egal wo man ist!















Mittwoch, 19. Oktober 2011

Sauna in Indonesien - äh ich meine Visumsverlängerung



Diese Woche war es mal wieder Zeit für eine Visumsverlängerung. Das darf ich jeden Monat machen bis ich dann im Januar nach Singapur fliegen muss, um ein komplett neues zu beantragen. Als Hintergrundinfo: Ich kann hier nur mein Visum verlängern, wenn ich einen Sponsor habe, der mich offiziell einläd, hier zu bleiben.
Es ist auf dem Immigrationsamt übrigens verboten, Fotos zu schießen und der Dresscode besagt, dass man nur lange Röcke und Hosen und keine Sandalen anziehen darf!

der äußere Schein trügt
Montag, 17.10.2011: 
9.00: Ich werde von meinem Sponsor und Helfer in allen Lebenslagen Kevin abgeholt und wir fahren gemeinsam mit dem Taxi zum Immigrationsamt.
9.30: Eintritt in das völlig überfüllte dreistöckige, aber relativ kleine Immigrationsamt. Ich dachte draußen mit 35°C sei es heiß. Weit verfehlt... Eigentlich ist es draußen ziemlich kühl. Innerhalb weniger Minuten sind meine Hosenbeine klitschnass und der Schweiß rinnt nur so von meiner Stirn. Kevins Hemd am Rücken  ist auch schnell durchgenässt.
Okay, Kevin fragt nach dem richtigen Dokument, das er ausfüllen muss. Wir zahlen 5000 IDR, um es zu bekommen. Auf dem Dokument ist ein großer Stempel auf dem steht: KOSTENLOS! Aha, 5000 IDR ist also kostenlos. Man lernt ja nie aus. Dann geht es ans Ausfüllen. Der Bogen ist zum Glück auf Indonesisch und Englisch. Nicht, dass ich denselben Bogen schon vor einem Monat ausgefüllt hätte...

9.45 Uhr: Der Bogen ist ausgefüllt, ab in den zweiten Stock und wieder anstellen. Wir geben meinen Pass und die Einladung, die Kevin geschrieben hat, ab. Hm, diesmal wird sie nicht akzeptiert, weil sie sie diesmal in einem neuen Format/ Stil haben wollen. Trotzdem erstmal runter und den Pass und andere Formulare kopieren lassen und mit 500 IDR pro Stück bezahlen. Dann wieder hoch und wieder anstellen und die Kopien abgeben. So verlassen wir um kurz nach 10 Uhr das Immigrationsamt ohne meinen Reisepass mit einer Abholkarte und einem Termin für Mittwoch. Zum Glück mussten sie kein weiteres Mal Fotos von mir machen und mir alle 10 Fingerabdrücke abnehmen, so wie letztes Mal. Wenigstens etwas wird hier gespeichert.

Und ich denke noch so: Ach, das war heute aber einfach! Das kann ich in Zukunft wirklich alleine machen! (Debbie denkt jetzt: Hat sie denn gar nichts gelernt? In diesem Land geht nichts einfach so und unkompliziert!)

 Mittwoch, 19.10.2011:
8.15: Leider konnte Kevin kurzfristig nicht mitkommen und schickte mir per Mail den Einladungsbrief zu. Ich laufe also meine 10 min zum Taxistand, um mich durch den Morgenverkehr zum Copyshop fahren zu lassen, da ich keinen Drucker besitze.
09.05: Ankunft im jetzt schon völlig überfüllten Immigrationsamt. Ich gehe selbstsicher in den zweiten Stock mit meiner Abholkarte, in der Hoffnung in wenigen Minuten meinen Reisepass mit dem Verlängertem Visum in der Hand halten zu dürfen. (Ja, Debbie, ich weiß!) Nach nur 5 min anstehen gebe ich meine Abholkarte und den Brief von Kevin ab. Die gute Beamtin sucht und sucht ihn findet einen deutschen Pass mit Antragsformularen; leider nur nicht meinen. Also, erstmal der Hinweis: Hinsetzen und warten. Vorbereitet wie ich bin, hole ich meinen Fächer raus und geselle mich zu dem australischen Paar, das sich auch Luft zufächelt. Leider hilft der Fächer nicht gegen den Schweiß außerhalb des Gesichtes...
09.30: Ich bekomme meinen Pass mit dem verlängertem Visum und meinen Unterlagen und soll es mal wieder was für 1000 IDR kopieren. Ich also wieder runter ins Erdgeschoss, anstellen, kopieren lassen und wieder oben anstellen. Ich denk noch so: Macht ja nichts, das Visum ist schon ausgestellt und wenn du die Kopien abgegeben hast, dann bekommst du deinen Pass. Mhm. Jetzt bekomme ich eine Rechnung und soll runter zur Kasse gehen, um die € 250000 IDR Visumsgebühren zu bezahlen, um dann mit der Quittung wieder in den zweiten Stock an den Schalter zu kommen.
09.50: Kann endlich die Sachen abgeben und muss wieder warten. Ich werde aufgerufen und freue mich schon, aber dann erzählt die Beamtin dort mir einen Roman auf Indonesisch. Ich teile ihr mit, dass ich nichts verstanden habe und zum Glück gibt es dort zwischen den 27 Angestellten dieser Abteilung eine Person, die Englisch spricht. Wie schön! Weniger schön ist dann das, was ich zu hören bekomme: Wenn man 91 Tage hier ist, muss man zwei Wochen vorher so einen anderen Antrag ausfüllen und sich registrieren lassen. Ich rechne und stelle fest, dass es wirklich schon bald 90 Tage sind, die ich hier wohne. Die beiden Anträge 26 und 27 würde ich unten beim Kopiermann bekommen, wo ich sowieso nochmal hinsollte, um wieder was zu kopieren. Ich, immer noch ganz zuversichtlich gehe runter, lasse kopieren und mir die Unterlagen geben. Diesmal musste ich für die Unterlagen auch gar nichts zahlen! Wow! Ich bekomme also zwei doppelseitige Formulare, die ich ausfüllen muss. Immer noch zuversichtlich stelle ich fest, dass keines dieser Formulare in Englisch ist! Also fange ich an auszufüllen und orientiere mich an den vorher ausgefüllten Formularen. Auf allen drein muss ich schließlich dieselben Infos angeben. Leider dauert es nicht lange bis sie sich dann doch unterscheiden und leider verstand ich kein Wort von dem, was sie von mir wollten. Hinzu kam, dass die Indonesier gerne Abkürzungen benutzen und ich weiß nicht, ob ich DL, SDL, RDSL oder KLP oder so ähnlich bin. Denke ja, auch ich bin doch schlau und benutze meine Übersetzungsapplication auf meinem Handy, das leider in dem Amt keinen Empfang hatte. Mittlerweile hat ich gefühlt keine Flüssigkeit mehr im Körper.
10:15: Nach einiger Zeit gebe ich auf und gehe wieder zum Schalter in den zweiten Stock, um zu fragen, ob ich die Unterlagen mit nach Hause nehmen dürfte, weil ich nicht verstehe, was sie von mir wollen. Das wurde mir verboten. Ich müsse sie ausfüllen und zur Herrn Panan damit gehen. Aha. Gut, ich gehe zunächst nach draußen und rufe Alex als Erklärungs- und Übersetzungshilfe an. Erst ist Deutschindonesier und ich kenne ihn über seine Mutter, die in Bremen wohnt. Alex regt sich sehr auf und meint, dass alles völlig übertrieben ist. Auf jeden Fall hilft er mir beim Ausfüllen der Formulare, in denen ich unter anderem angeben musste, wie meine Gesichtsform ist. Nach 10 min verweigert er sich, weil die Fragen völlig absurd und unpassend wären und meinte, ich solle denen sagen, dass ich nichts verstehen würde. Genau das mache ich dann auch. Ich teile Herrn Panan, nachdem ich ihn gefunden hatte, mit, dass ich die Unterlagen nicht ausfüllen könne. Leider konnte er mich nicht verstehen und wanderte einfach mit meinen Unterlagen ab und sagte, ich solle mal wieder warten. Nicht dass ich etwas anderes erwartet hätte...
10:45: Der Herr Panan kommt wieder und gibt mir meine Unterlagen, womit  - und nun ratet mal - zum Kopieren gehen durfte. Da ist es übrigens immer völlig doof, weil die Indonesier sich immer vordrängeln und vor allem die Visaagenten. Ich bringe ihm die Sachen und warte.
11:00: Ich erhalte einen weiteren Stempel im Pass und ein Blatt mit meinem Foto und anderen wichtigen Daten über mich, die ich mal wieder kopieren muss.
11.10: Ich erhalte meinen Pass mit den zusätzlichen Registrierungsunterlagen! Dann frage ich zweimal nach, ob ich auch wirklich gehen darf. Aber ich durfte!

Und in einem Monat geht es wieder von vorne los!

PS. Übrigens saßen dort einige essende, kaffeetrinkende, fingernägellackierende, smsschreibende, mit dem handytelefonierende und schwatzende Beamte. Möchte sich noch jemand über deutsche Behörden beschweren?

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Umzug auf Indonesisch!

Sicher haben sich einige von euch schon gefragt, ob Jessi in ihren Berichten nicht ein wenig übertreibt. Mir ging es zumindest zeitweise so. – Bis ich hierher kam. Hier schreibt also mal Debora den Blog von Jessi – die unglaubliche Geschichte eines Umzuges auf der anderen Seite der Erde.

 Dass die Vermieterin fast täglich auftaucht, hatte Jessi ja schon in einem vorherigen Blog erwähnt. Und so hatte ich auch direkt an meinem ersten Nachmittag (Mittwoch) in Jakarta das zweifelhafte Vergnügen diese Person kennen zu lernen.  Nun gut, es gab ja wohl auch noch einiges zu regeln, denn Freitag wollte Jessi ausziehen. Aber hätte sie das nicht auch schon Sonntag, Montag oder Dienstag  regeln können, wo sie da doch auch schon vorbei gekommen war? Und trotz meinen nicht vorhandenen Indonesisch Kenntnissen habe ich ein Wort, das häufiger fiel sofort verstanden: Makan = essen. Wie sagt man so schön: Andere Länder andere Sitten:   Ich glaube es wäre wohl in Deutschland undenkbar, dass der Vermieter einfach so aufkreuzt, schnell mal einen Blick in alle Zimmer wirft und dann ungebeten am Esstisch Platz nimmt.

Donnerstag waren wir den ganzen Tag unterwegs gewesen. Als wir dann am Nachmittag zurück kamen, war die gute Frau schon wieder in der Wohnung. Nach zwei Monaten hatte sie es endlich geschafft die Klimaanlage reparieren zu lassen. Warum das jetzt auf einmal so schnell ging? Sie wollte die Wohnung nach Jessicas Auszug beziehen. Und um das auch ganz deutlich zu machen, hatte sie auch schon mal die ersten Sachen mitgebracht. Koffer und Bettzeug belegten das halbe Sofa und auch der Herd war komplett zugestellt. Uns störte das doch nicht, oder? Nein, natürlich nicht, freundlich nicken und lächeln. Wann wir denn die Wohnung verlassen würden? Freitag, 8 Uhr abends, denn der Freund, der Jessi helfen wollte, konnte nicht eher. 

Freitagmorgen, als wir dann das Haus verließen begegneten wir der Vermieterin und ihrem Schwager vor dem Treppenhaus. Der Schwager fragte dann auch noch mal, wann wir denn weg wären. Wieder lautete die Antwort 8 Uhr. Er schien recht verwundert, dass sie schon Sachen in die Wohnung gebracht hatte, fragte dann aber auch, wann wir wieder da wären, da er noch etwas besprechen wollte. Anscheinend war an den vorangegangen  5 Tagen noch nicht alles geklärt worden. Gut, ca. 15 Uhr wären wir wieder da. Und zur Verabschiedung dann noch einmal: Delapan = 8 – eher kann der Freund uns nicht abholen!

Kurz nach 3 Uhr stand sie dann wieder vor der Tür. In der Wohnung traf sie auf uns mit offenen Koffern und wenig Nerven, hieß es doch doppelte Taschen packen: Für unsere Reise und die Taschen, die in die neue Wohnung sollten. Irgendwie schien die gute Frau ehrlich verwundert, dass sie sich nicht hinsetzen konnte. Hatte sie vergessen, dass das Zeug auf dem Sofa zur Hälfte ihr gehörte?
Aus dem darauf folgenden Gespräch habe ich nur Delapan verstanden. Jessi hat es ungefähr 10 mal gesagt. Was ist an 8 Uhr nicht zu verstehen?  Es ist ja auch nicht so, dass wir nicht kooperativ wären, aber wenn schon jemand extra kommt, dann nimmt man die Hilfe eben dankbar an.  Und immerhin hat der Tag –zumindest in Deutschland –  24 Stunden. Jessi war irgendwann so genervt, dass sie - um des lieben Frieden willens - eingewilligt hat, dass die gute Frau schon ab  7 Uhr ihre Sachen in die Wohnung bringen kann. Aber sie hat auch noch einmal betont, dass wir erst um 8 Uhr abgeholt werden.
Als wir um viertel vor 5 vom Pool wieder hochkamen, erwartete uns die nächste Überraschung: Ihre Hausangestellte hatte in der Zwischenzeit   ein paar Sachen vor die Wohnung gestellt, die wir gepflegt ignorierten. Nicht ignorieren konnten wir allerdings das Klopfen ca. eine halbe Stunde später: Schon wieder die Angestellte mit den nächsten Sachen. Ihr war das sichtlich unangenehm.  Und wie geht man hier mit einer solchen Situation um? Freundlich lächeln! Wir haben ihr dann gestattet die Sachen auch schon in der Wohnung abzustellen, wo Jessi noch dabei war die letzten Dinge in die Koffer zu verpacken. Leider blieb es nicht bei dem einen Mal. Im Laufe der nächsten halben Stunde tauchte die Angestellte mit immer mehr Sachen auf. Jedes Mal mit einem peinlich berührten Lächeln im Gesicht. Bald darauf konnte man sich in der Wohnung nicht mehr richtig bewegen und die Sachen der Vermieterin waren deutlich mehr als Jessis.

Punkt 7 Uhr kam dann die Vermieterin. Sie entschied dann, dass einfach zu viele Sachen in der Wohnung waren. Ganz meiner Meinung. Doch was danach kam, kann man mit europäischen Ohren kaum glauben. Die Vermieterin und ihre Angestellte fingen an, Jessis Koffer und Kisten auf den Flur zu stellen. Wie bitte soll man denn in solch einer Situation reagieren? Wir haben es so hingenommen und versucht die Situation mit Humor zu sehen. Typisch Indonesisch halt: Lachen, wenn man nicht weinen will. Die Sachen haben wir mit Hilfe der Angestellten – die sich mehrfach für ihre Chefin entschuldigte - in den Aufzug gebracht. Da wir in der Lobby nicht warten durften, saßen wir dann unten in der Tiefgarage vor dem Aufzug auf gepackten Koffern…
Umzug auf Indonesisch! Ich revidiere: Jessi hat in ihren vorherigen Beiträgen in keinem Fall übertrieben. Eher untertrieben.  Gut für uns, dass der Freund Mitleid mit uns hatte und doch eher kommen konnte.

Samstag, 1. Oktober 2011

Verliebt!


Tobasee
Am Dienstag, den 19.09.2011 sind Miriam und ich nach Medan in den Norden von Sumatra geflogen. Nach ziemlichem Hin und Her und der Hilfe von einer Freundin von Miriams Freundin hatten wir nach fünf Stunden einen Mietwagen samt Fahrer, da man hier scheinbar keine Autos ohne Fahrer mieten kann. Kosten: € 34 pro Tag Miete, plus sehr billiges Benzin, plus €4 Essensgeld für den Fahrer. Miriam hatte die indonesische Bekannte gefragt, ob sie uns begleiten möchte. Leider hatte sie das nicht mit mir vorher besprochen und so kam es dann, dass Siti überall mit hinkam, wir aber auch alles für sie zahlen mussten. Zum Glück sind die Preise nicht ganz so hoch hier und wir haben immer ein Extrabett reinstellen lassen. 
Siti, Miri und ich in einem Restaurant
Immerhin hatten wir so eine Dolmetscherin dabei, wenn ich mit meinem Bahasa nicht weiterkam. Außerdem sorgte sie dafür, dass wir beim Handeln nicht über den Tisch gezogen wurden. Sie selbst ist arbeitslos und war an keinem der Orte, wo wir hinfuhren und so haben wir wenigstens eine gute Tat getan und ihr einen netten Urlaub bereitet. Allerdings war es immer ein wenig anstrengend, weil sie immer um 5 Uhr aufstand und, so wie Indonesier halt sind, viel Krach machte, so dass wir nicht mehr schlafen konnten.


Wir fuhren zunächst zum 529m tiefen Tobasee, der zweimal so groß ist wie der Bodensee und bei einer der gewaltigsten Vulkanexplosionen der Welt entstanden ist.  Er liegt auf einer Höhe von 910 m, weshalb es dort verhältnismäßig kühl ist. Nach vier Stunden Auto- und einer Stunde Fährfahrt kamen wir auf der im See gelegenen Insel Pulau Samosir an, wo wir in einem sehr coolen Hotel in einem Örtchen namens Tuk Tuk sehr sehr sehr günstig übernachteten. Das Volk, das dort um den See herum lebt, nennt sich Batak und die scheinen den Beschreibungen nach, den 
Unser Hotel - € 6 pro Nacht!
Nordeutschen sehr ähnlich zu sein: Direkt und gerade heraus, außerdem Fleischesser. Allerdings waren die bis 1810 Kanibalen und essen heute auch noch Hunde. Hier distanziere ich mich doch ganz gerne…
 Auf jeden Fall waren Miriam und ich um halb sechs morgens bei Sonnenaufgang schwimmen und haben dann in einiger Höhe mit Blick über den See gefrühstückt. Von da aus fuhren wir in ein kleines Dorf, in dem der ehemalige Gerichtshof der Batak stand. Dort wurde mir dann von den Exekutionen der berichtet. Die haben ihre Gefangenen ganz schön gefoltert und dann erst geköpft. Das Blut wurde aus den Köpfen getrunken, die Organe gegessen und der Rest des Körpers in den See geschmissen. Gut, dass ich das erst nach dem Schwimmen erfahren habe… Anschließend sahen wir uns Batak Tänze an.

Sipisopiso Wasserfall
Später fuhren wir mit der Fähre zurück und dann mit dem Auto um ¼ des Sees, was über zwei Stunden dauerte. Dort gucken wir uns den Sipisopiso Wasserfall an. Er ist der längste Indonesiens. Von dort fuhren wir Richtung Gunnung-Leuser-National-Park. Eigentlich wollte ich nach Bukit Lawang, das am Rande des Nationalparks liegt, aber Siti meinte, wir müssten unbedingt wo anders hin. Dreimal sagte ich, dass wir aber nach Bukit Lawang wollten und irgendwann gab ich auf, weil ich keine Lust mehr zu diskutieren. Tja, das hätte ich nicht tun sollen, denn nach vier Stunden Fahrt stellten sie fest, dass die Straße zu schlecht ist und außerdem wir die ganze Zeit in die falsche Richtung gefahren sind! Ich hatte ihnen zwar die Karte gezeigt, aber sie konnten sie, glaub ich nicht lesen. Ich wollte dann umdrehen und nach Bukit Lawang fahren, aber Siti machte voll den Aufstand, so dass ich nachgab und wir knapp vier Stunden zurück nach Medan gefahren sind. Dank der Straßen durfte ich mich auch mal wieder übergeben… Wir mussten dort übernachten und sind dann erst am nächsten Morgen gegen 11 Uhr wieder aus der Stadt raus, so dass wir erst nachmittags in Bukit Lawang ankamen. Ich kann euch sagen, ich war stinksauer, weil wir einen ganzen Tag von nur 4 Urlaubstagen im Auto verbracht haben! Zumal ich deshalb nicht die Elefanten sehen konnte! Das wäre ein Vormittagstrip gewesen. :-( 
 
Brücke zum Hotel
Auf jeden Fall mussten wir über eine Brücke zu unserem Hotel. Wir haben dann erstmal das Dorf erkundet und sind dann wegen des täglichen stündlichen 5 Uhr Regens in einem kleinen Laden geblieben und haben uns lange mit dem Inhaber unterhalten. Der war so zufrieden mit seinem einfachen Leben, wirklich bewundernswert! Er sagte, er schliefe auf dem Boden. Der Fluss sei seine Dusche, der Dschungel sein Fernseher. Er liebe das Dorf und die Leute, mehr brauchte er nicht.

Am Freitag unternahmen wir dann einen geführten Treck durch einen kleinen Teil des Regenwaldes des Nationalparks. Alleine darf man dort nicht rein. Würde ich auch keinem raten, weil man dort sehr schnell verloren gehen würde. Der Boden war oft sehr dicht bewachsen, aber auch sehr matschig, so dass ich dreimal ausgerutscht und gefallen bin. Teilweise müssten wir echt steile Strecken zurücklegen und ich war dankbar für jeden Ast und jeden Baum der mir halt gab. Leute, ich liebe den Regenwald! Es ist so friedlich dort, wenn auch echt laut wegen der ganzen Tiere.
Da werde ich gerade vom Orang Utan gebissen
Gut, innerhalb von 10 min war ich wegen der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit komplett nassgeschwitzt, aber das war mir egal. Die Eindrücke, dich ich sammeln konnte, haben mich einfach nur noch mehr über Gott und seine Schöpfungen staunen lassen. Es ist so wunderbar grün dort! Hier eine kurze Zusammenfassung der Erlebnisse in 7 Stunden: 5 Orang Utans gesehen, davon ein Baby, das gestillt wurde, außerdem von einem schwangeren Orang Utan gebissen worden
(ausversehen; ich sollte sie füttern und sie hat statt der Banane mich erwischt), drei verschiedene Affenarten gesehen, mit einer Liane geschwungen, im Fluss geschwommen, im Wasserfall gebadet und Mittag gegessen, vom Blutsauger gebissen worden, nur vier Mückenstiche bekommen, 3 l Wasser getrunken, Bach überquert, die Hänge rauf und runter geklettert und zum Schluss mit einem Wild-Water-Raft zurück zum Hotel gefahren.  Abends hat sich Miriam tätovieren lassen, das der Tätovierer extra für sie gezeichnet hat, und wir waren noch mit ihm und seinem Freund was essen und ein Bierchen am Ufer des Flusses trinken. Das war der perfekte Abschluss eines viel zu kurzen Urlaubes! Aber er war ja auch sehr spontan und so gar nicht eingeplant.

Baden im Wasserfall
Samstag hat uns dann unserer Fahrer gegen 9 Uhr abgeholt und wir haben uns noch kurz Medan angeguckt bis unser Flug nachmittags ging. Leute, falls ihr mal die Möglichkeit habt, besucht den tropischen Regenwald! Ich bin total verliebt in ihn!

Leider endete der Urlaub dann weniger erfreulich. Als ich meinen Treckingrucksack in Empfang nahm, war er komplett in einer Flüssigkeit, die total stark nach Fisch stank, eingeweicht. Kurze Version: Mein kleiner Rucksack, mein großer und meine neue Kulturtasche hat die Airline in die Reinigung gegeben und ich hoffe, dass sie sie mir bis Freitag an meine Adresse schicken, da ich ja ausziehe und außerdem mit Debbie wegfahre. Meine Klamotten habe ich selbst gewaschen.
Es stank alles total widerlich!

So, das war es erst mal. Noch ganz kurz: Heute habe ich meine Sachen in meine neuse Wohnung, bzw. in mein neues Zimmer gebracgt, da es hier auf Dauer zu teuer, zu nervig und wegen der kaputten Klimaanlage zu heiß ist. Dazu aber mehr zu anderer Zeit. Jetzt ist meine beste Freunin Debbie da, die schon ganz heiß darauf ist, einen Blogbeitrag zu meinem "Umzug" zu schreiben.