Donnerstag, 3. Mai 2012

MMMMMAAAAAASSSAAAAAAGGGGEEEEEE!

Asien wäre nicht Asien, wenn es hier keine Massagen geben würde! Und es gibt sie hier ÜBERALL! Am Strand, auf der Straße, am Flughafen, beim Friseur und natürlich in den Massagestudios. Nicht nur das; hier gibt es quasi alles, was das Spa-Herz begehrt zu SEHR günstigen Preisen. Von traditioneller balinesischer über thailändischer bis Reflexology Massage gibt es hier nahezu alles. Aber auch solche Dinge wie Facial, Body Scrub oder Hairtreatment. Das Tolle, abgesehen von den günstigen Preisen ist, dass die Massagen 60 - 90 min lang sind! Ich war selten so entspannt wie hier, wo ich mir 1- 2 Mal im Monat eine Massage gönne.

Eines der besseren Massagestudios
Preise gehen bei € 1 für eine 30 min Massage am Strand los. In besseren Massagestudios kostet die 90 minütige Massage, je nach Art der Massage € 7 - 10. Auf Bali kostet die 60 minütige umgerechnet ca. € 4, aber durch den Massentourismus eröffnet dort jeder Hans und Franz ein Massagestudio, wodurch die Qualität leider auch leidet.

Natürlich gibt es hier auch sehr "teure" Massagen. Zum Geburtstag habe ich z.B. einen Gutschein für ein "Luxusspa" bekommen, wo die 90 minütige Massage dann knapp € 25 gekostet hat.

Reflexi an meinem Geburtstag
Besonders gut gefällt mir die Reflexi, wie sie hier kurz genannt wird. Das ist eine Druckpunktmassage, die hauptsächlich an den Füßen und Beinen durchgeführt wird, aber auch Arme, Kopf und Nacken werden für 30 min massiert. Danach fühle ich mich immer wunderbar erfrischt. Auf dem Foto lasse ich sie "nur" beim Frisuer machen, was mich dann € 3 gekostet hat. :-)

Sally hat mich im September in die Behandlung des "Creambath" eingeführt. Der Name ist in wenig irreführend, denn es hat nichts mit Baden zu tun. Man bekommt, meistens beim Friseur, die Haare gewaschen und dann eine Kurpackung ins Haar. Während diese einwirkt, wird man für ungefähr 45 min am Kopf und später noch ein wenig an Nacken und Armen massiert. Danach werden die Haare geföhnt uns frisiert. Wie sagte meine Schwester im April: "Meine Haare wurden noch nie so lange geföhnt!" Das lasse ich dann manchmal beim Friseur 'Yopie' machen, wo es mich nur € 2,50 kostet. Was mich daran erinnert, dass ich dringend meine Spitzen abschneiden lassen muss. Einen Haarschnitt kann man ja immer gut mit einem Creambath verbinden...

Evie und Sally bekommen ihr Creambath
Ansonsten ist natürlich die Ganzkörpermassage am Erholsamsten. In den meisten Massagestudios bekommt man dafür Einwegunterhosen, die man anziehen muss. Nach der Massage bekommt man Tee und Wasser und kann dort auch duschen.

Ach, wie werde ich das vermissen!

Meine Freunde: Wilner, Evie, Sally und meine Schwester Nina nach dem Creambath bzw. Haarschnitt
 - alle außer mir haben die Haare gestylt bekommen, was deutlich zu erkennen ist ;-) - 

Nachtrag: Leider ist die Massage hier auch oft mit einem anderem Gewerbe verbunden und deshalb findet man in den anstaendigen Massagestudios auch folgende Schilder:




Dienstag, 17. April 2012

Von Klos, Badezimmern und anderen Dingen...

Die Tage ist mir aufgefallen, dass ich noch gar keinen Beitrag über Toiletten und Badezimmer in Indonesien geschrieben habe! Ich weiß gar nicht, wie mir das passieren konnte, wo das doch das tägliche Geschäft ist!

Bak mandi
Das typisch indonesische Badezimmer besteht übrigens genau daraus: Ein gefliester kleiner Raum mit dem eingelassenen Stehklo und dem "bak mandi"- einem Wasserbecken zum Wasser schöpfen. Falls es kein gemauertes Becken gibt, gibt es einen Eimer oder eine Wanne.


öffentliche Toilette

Die Kellle wird zum Duschen, zum Spülen, zum Hände waschen und und und genutzt.

eine kleine "Badhütte" in einem Bergdorf auf Java

Anleitung fürs westliche Klo
Ich habe das Glück ein westliches Klo zu besitzen, was sich besonders zu Zeiten der Darmprobleme als sehr hilfreich erwiesen hat. Das normale indonesische Klo ist allerdings ein Stehklo bzw. eigentlich müsste es "Hockklo" heißen, da man hockt und nicht steht. ;-) Wenn ich reise, bevorzuge ich diese Art der Toilette, weil sie viel hygienischer ist.




Am Anfang habe ich mich über diese Schilder kaputt gelacht. Mittlerweile denke ich, sie sollten über JEDEM westlichen Klo aufgehängt werden, da ich so häufig Toiletten finde, die Schuhabdrücke auf der Klobrille haben...

Weniger gut finde ich das Nichtvorhandensein von Toilettenpapier. Deshalb lernt man hier schnell NIE ohne welches aus dem Haus zu gehen. In den besseren Malls gibt es natürlich auch westliche Toiletten und Klopapier, aber wir sprechen hier über Jakarta und Bali, wo viele Ausländer leben und Urlaub machen. Woanders ist das natürlich nicht der Fall.

Das Bad meiner Freundin

Anstelle von Klopapier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder meine bevorzugte, ein Wasserschlauch mit einer Brause und Wasserdruck, oder eine Schöpfkelle und die linke Hand... Waschbecken mit Seife zum Händewaschen sind eher rar gesät, aber es gibt ja die Wanne mit dem Wasser und der Kelle zum Spülen und Abwischen...

ein westliches Klo mit dem Wasserschlauch

He, die Sache hat was wirklich Gutes: Während ich früher wenig getrunken habe, um nicht woanders die Toilette benutzen zu müssen, bin ich mittlerweile ziemlich abgehärtet... :-) Wobei ich hier zum Schluss und der Vollsttändigkeit halber noch erwähnen muss, dass die modernen Mall die saubersten Toiletten haben, die man sich vorstellen kann! Pro öffentliche Toilette (also der Raum, in dem z.B. drei Toiletten sind) gibt es einen Angestellten, der nach JEDEM Toilettengang das Klo putzt! Ein Traum!


Donnerstag, 12. April 2012

Wie ein Promi!

Wie ein Promi -  so fühle ich mich manchmal. Wenn ich im Bus bin oder im Einkaufszentrum, richten meistens ALLE Blicke auf mich. (Vor allem, wenn ich nicht in Jakarta oder Touristengegenden bin.)  Hier in Indonesien versucht man nicht einmal heimlich Leute zu beobachten. Nein, man starrt! In den meißten Fällen ist das mit einem sehr herzlichem Lächeln verbunden, was ich immer ganz sympathisch finde. Indonesier sind irgendwie fasziniert von den Weißen - den Bules -, was dazu führt, dass sie einem Dinge zu rufen oder sie unbedingt mit einem reden möchten. Die gängiste Frage ist dabei "Where are you going?" bzw. das indonesische Pendant dazu. Manche Männer finden es auch sehr lustig über einen zu reden bzw. jemanden zu veräppeln, weil sie denken, man würde sie nicht verstehen. Trotzdem bleibe ich natürlich freundlich.

Fotos mit den Bules
Ich als "Bule" werde mit meinen blonden Haare und meiner weißen Haut (die ganz schön braun ist - so brauner als die Haut manch eines Javanesen) als besonders hübsch angesehen. Mir immer noch komisch vorkommend ist dann die Anfrage, ob sie Fotos von mir machen dürfen, mit ihnen natürlich. (Ich möchte nicht wissen wie viele Fotos von mir schon heimlich gemacht wurden oder wie oft mit "mir" angegeben wurde oder wie oft ich auf Facebookseiten gelandet bin.) Facebook, das ist hier auch so eine Sache. Es ist nämlcih das wichtigste Kommunikationsmedium - neben ihrem Handy natürlich - überhaupt. Mich hat sogar mal jemand auf dem Flughafen angesprohcen, ob er mir bei Facebook eine Freundschaftseinaldung schicken dürfe!

 Debbie kann euch davon berichten wie häufig es manchmal mit den Fotos ist. Als wir durch Java gereist sind, wurden wir an einem Tag mehr als 30 x fotografiert. Eines davon seht ihr oben. Natürlich sind die Bewunderung und die Komplimente schmeichelhaft, aber auf Dauer kann das auch anstrengend werden, weil es wie gesagt diverse Male am Tag angesprochen wird. Meistens wird man höflich nach Fotos gefragt, aber manchmal wird auch an einem rumgerissen und man wird ins Bild gezerrt. Heute zum Beispiel hat der Securitymann unseres Apartmentkomplexes mich nach einem Foto mit sich gefragt, was ich - wie immer - höflich bejaht habe. Er fragte mich, ob er mich küssen dürfe, was ich verneint habe und dann kam er fürs Foto so nahe an meine Wange und tat so als wenn er mich küssen würde. Habe es über mich ergehen lassen und bin meines Weges gegangen.

Oder es werden einem Kinder in die Hand gedrückt...
Ein anderes Beispiel. Die Schwester meine Freundin findet meine Nase (Indonesier haben alle platte Nasen) so toll, dass sie immer daran zieht und mir in die Wange oder in den Arm kneift, weil sie meine Haut anfassen will. Hier lächelt man die Leute nur an, denn wütend zu reagieren, geht gar nicht. In dieser Kultur bleibt man freundlich und lächelt - egal wie man sich fühlt. Dazu ist das Empfinden, was körperliche, aber auch Nähe generell angeht hier einfach völlig anders als bei uns. Wütend zu werden lohnt sich sowieso nicht, da man wie gesagt ständig angesprochen wird. Eine meiner größten Herausforderungen ist es dann trotz der Genervtheit bei zu dreistem und häufigen Verhalten immer freundlich und ruhig zu bleiben. Die Bules hier sind als leicht aufbrausende und wütende Menschen bekannt und ich möchte da nicht in die Kategorie fallen. Und da ich als Christ zudem Aushängeschild für Jesus bin, sowieso nicht, was nicht heißt, dass ich mir alles gefallen lasse.

Mittwoch, 28. März 2012

Der Tag, an dem wir eingesperrt wurden

Heute geht es um das balinesische Fest "Nyepi", das am Neujahrstag des balinesischen Kalenders stattfindet und immer auf Neumond fällt. Es ist der höchste und heiligste Feiertag auf Bali. Dieses Jahr fiel er auf den 23.März.

Wahrscheinlich hätte ich ihm nicht so viel Aufmerksamkeit beigemessen, obwohl er in ganz Indonesien ein offizieller Feiertag ist, wenn ich nicht zufällig zu selben Zeit auf Bali gewesen wäre. Dies hatte nämlich starke Auswirkungen auf meinen Urlaub mit meinen Geschwistern dort. Eigentlich hätte ich stutzig werden sollen, dass ich am 23.3 keine Flüge buchen konnte...

Einen Tag vor Nyepi wird das Fest Tawur Kesanga begangen. Am Nachmittag wurden schon alle Bordsteine hochgeklappt und die Leute zogen ihre festliche Kleidung an, die üblicherweise aus einem Sarong (eine Art Wickelrock) und einer Bluse bzw. einem Hemd besteht. Die Männer ziehen dazu ihre typischen Kopfbedeckungen auf. In großen Umzügen mit Musik und Gesang begaben sie sich zu ihren Tempeln, wo sie exorzistische Zeremonien begangen haben. Die Balineser hatten vorher "Ogoh-Ogoh" (aus Bambus hergestellte Monster, um böse Geister zu vertreiben) hergestellt. Diese trugen sie nun nach Sonnenuntergang begleitet durch Musik durch ihre Dörfer, um die bösen Geister zu vertreiben. Am Abend feiern die Hindus auf Bali dann Ngerupuk, indem sie Krach machen, Fackeln anzünden und die Ogoh-Ogoh anzünden, um die bösen Geister aus dem Leben zu vertreiben.

Wir haben dies auf den Straßen gesehen. (s. Fotos) Außerdem sind die Besitzer und ihre Familien über das Gelände unserer Unterkunft gezogen und haben ordentlich Lärm gemacht.

An Nyepi, dem eigentlichem Neujahrsfest selbst, darf KEINER auf Bali (außer der Security) das Haus verlassen. Es ist der "Tag der Ruhe" und wenn ich Ruhe sage, dann meine ich auch Ruhe. Es ist nicht erlaubt, seinen normalen täglichen Aktivitäten nachzugehen, was von den Pecalangs (den traditionell balinesischen Sicherheitsleuten kontrolliert wird). Sie haben dafür zu sorgen, dass keiner sein Haus verlässt und falls jemand Geräusche macht, diese zu unterbinden. Ruhe heißt in diesem Fall, dass nicht nur jeder im Haus bleiben muss, sondern auch, dass eigentlich weder Radio gehört noch Fernseh geguckt werden darf bzw. leise gestellt werden muss. Licht darf nicht angeschaltet werden und Geschlechtsverkehr auch nicht vollzogen werden. Flughäfen, Häfen, Geschäfte, Restaurants - alles ist geschlossen - Das einzige, was man den ganzen Tag hört sind bellende Hunde, zirpende Insekten, singende Vögel und gackernde Hühner.

Der Grund für diese absolute Ruhe ist die Angst, dass die Geister, die am Abend vertrieben wurden, zurück zur Erde finden könnten. Die Balinesen glauben, dass an Nyepi die Welt gereinigt wird und alles neu beginnt.

Leider war dieser Tag der letzte unseres Urlaubes, da unser Flug am Morgen des 24.3 ging. Eigentlich fände ich so einen absoluten Tag der Ruhe (ohne diese Geisteraustreibungen) ziemlich genial; insbesondere hier in Jakarta. Ein Tag ohne Verkehr und die ständige Rufe der Moslems zum Gebet durch die Lautsprecher wäre ein Traum! Ein Tag der Ruhe im Alltagsstress: SUPER!

Wenn man aber gerade auf Bali ist, es das Ende des Urlaubes ist, schon insgesamt 1,5 Wochen mit seinen Geschwistern auf engstem Raum verbracht hat und lieber am Strand oder mit dem Roller durch die Gegend fahren würde, ist dieser Einsperrtag arg langweilig. Meine Geschwister und ich  haben am Abend vorher noch Karten gekauft, damit wir wenigstens spielen konnten. Ansonsten haben wir viel gelesen und Spiele auf dem Handy gespielt.

Vielleicht sollten wir bei Angela auch mal einen Antrag auf solch einen Tag der absoluten Ruhe stellen! Was für einen Unterschied das doch in unserem schnell-lebigen Deutschland machen würde!




Samstag, 10. März 2012

It's time to move!

Da meine Geschwister morgen kommen und fuer 2,5 Wochen bleiben, werde ich keine Zeit haben, einen  Blogbeitrag zu schreiben. Deshalb gibt es heute zwei, damit meine treuen Leser nicht ganz so traurig sind. :-) Ausserdem wollte ich den Beitrag ueber meinen Umzug und meine Wohnung nicht einen Monat spaeter schreiben.
Mein Hab und Gut
Am 28.2 fand der Umzug statt. Es ist unglaublich, wass sich in 7 Monaten so an Sachen angesammelt hat (s. Fotos) und dabei fehlt auf dem Foto sogar noch ein Koffer. Viele Dinge sind aber auch Kuechen- und Haushaltsdinge.

Sally zwischen meinen Sachen :-)


Sally, meineFreundin aus Amerika, mit der ich zusammengezogen bin, hatte ein dem Tag zum Glueck Fahrer und Auto zur Verfuegung und IRGENDWIE haben wir es auch hinbekommen alle meine Sachen ins Auto zu bekommen.

Unser Wohnzimmer
 
Beim Einraeumen meines vorruebergehenden Zimmers
 Jetzt leben wir in deiner 3-Zimmer Wohnung im 20 Stock und ich geniesse es nicht nur eine tolle Mitbewohnerin zu haben, sondern auch den Pool unser Fitnessstudio und die Naehe zum JabezKidzCentre (5 min zu Fuss!). So langsam wird es wohnlich, auch wenn ich Ende des Monates in ein anderes Zimmer hier ziehe, das zurzeit noch abgeschlossen ist und von den Dingen der Vormieterin belagert wird.
Unser Wohnzimmer und Balkon
Unser Eingangs- und Kuechenbereich (normalerweise ohne Buegelbrett)
Sally und ich verstehen uns super. Wir haben beide dasselbe Reinlichkeitsverstaendnis und haben insgesamt sehr viel Gemeinschaft: Gemeinsames Putzen, Kochen, DVD-Abende, auf dem Sofa bis tief in die Nacht quatschen, ... Gestern hatten wir unsere Einweihungsparty! Es gab einen Spieleabend! Wie sehr ich das vermisst habe! Auch wenn ich feststellen musste, dass "unser" Zettelspiel scheinbar weltweit bekannt ist.
  
Flur, der zu den Schlafzimmern und zwei Badezimmern fuehrt
 Anbei zeige ich euch noch ein paar Fotos von dem Ausblick aus unserem Appartment:
 
Puncak - man sieht ihn nur ganz selten, weil die Sicht normaler durch Smog verdeckt ist

Gestriges Gewitter ueber Jakarta
Ach ja, wer sich fragt, was da fuer Seile im Bild haengen. Das sind die Sicherungsseite der Fensterputzer, die da leider immer haengen.


Jakarta von seiner besten Seite
Die Bauarbeiten, die Tag und Nacht durchgefuehrt werden

Blick auf "unseren" Garten und "unseren" Tennisplatz
Ausblick gerade eben



Berjalan kaki oder "Der Versuch, zu Fuss zu gehen"

Nachdem ich ja schon ausgiebig ueber den Verkehr geschrieben habe, mag sich der eine oder andere fragen, warum ich nicht zu Fuss gehe oder Rad fahre. Wer sich das Video im vorangegangenen Blogbeitrag angesehen hat kann verstehen, warum man nicht mit dem Rad faehrt. Am Anfang hatte ich noch ueberlegt, einen Roller zu kaufen, aber das habe ich mir schnell wieder aus dem Kopf geschlagen, weil die hier wie die Irren fahren und ich mich das nicht traue. Auf Bali allerdings fahre ich auch Roller.

Ausserdem haben mich mehrere auf das Video angesprochen, vor allem wie die Leute hier ueber die Strasse gehen. Ich gehoere mittlerweile auch zu ihnen. Wer Angst hat, bleibt stundenlang an einer Stelle stehen. Es gilt hier: Mut zusammen nehmen, die Hand zur Seite austrecken, Augenkontakt zu Fahrern herstellen, loslaufen und hoffen und beten, dass sie anhalten... Achja und man darf nicht zoegern, denn sollst steht man drei Stunden spaeter immer noch an der gleichen Stelle.

Zu Fuss gehen ist hier ein wenig schwierig. Selbst in meiner alten Nachbarschaft, die in einer Wohngegend war, waren die Strassen bewahrener als so manche Strasse in Deutschland, die ich dort niemals ohne Fussweg begehen wuerde. Was es ansonsten noch so fuer Probleme gibt, moechte ich wieder mit meinem Buch "CultureSock! Jakarta" beschreiben. Mir gefaellt der Schreibstil sehr.

"Jakarta ist heiss, sehr heiss. Wenn man gerne zu Fuss geht, dann flieg nach Singapur, wo es zwar auch heiss ist, aber es Fusswege gibt. Jakartas Strassen haben zwar auch Fusswege, aber man muss schon sehr viel Glueck haben, einen kleinen Streifen zu finden, auf dem man mehr als 12 Schritte gehen kann. Hier findet man Schlagloecher, Baeume, Strassenlaternen, Verkehrsschilder, riesige Pflanzenkuebel, um Rollerfahrrer davon abzuhakten auf den Fusswegen zu fahren, parkende Autos und Motorraeder, Restaurants, Zeitungsverkaeufer, Garten Centre, Gruppen von Leuten, was Gruppen von Leuten so machen - wie es scheint einfach nur im Weg rumzustehen.


Falls man zu Fuss gehen muss, sagen wir mal vom Taxi bis zur Bordsteinkante, sollte man aufpassen, dass die guten Schuhe in der Tasche sind, weil man nicht moechte, dass sie durch den Müll und die abfließenden Abwassermassen gehen. Falls man eine Strasse ueberqueren moechte und dort eine Fussgaengerbruecke ist, sollte man sich viel Zeit nehmen, um zu gucken, wohin man geht. Es gibt eventuell Löcher, in die man fallen könnte, ein fehlendes Geländer oder solche Dinge wie Ojeks (Motorradtaxis). Es wird definitiv jemanden geben, der etwas verkauft, das du vergessen hast, dass du es brauchst wie Schuhbänder, Babyschildkroeten oder eine pinkfarbene Handyhuelle.

Generell gibt es keinen bestimmten Ort, um die Strasse zu überqueren; was auch immer du machst, ignoriere die breiten weissen Streifen in der Mitte der Streisse, die man in anderen Ländern sieht. Es ist ganz klar, dass die Sicherheit der Fußgänger in Jakarta sehr unwichtig ist."

Dann führt das Buch noch einige Regeln für Fußgänger auf. Ich habe mich weggeschmissen als ich sie gelesen habe, da sie auf ironische Art und Weise das Verhalten des normalen Indonesiers im Straßenverkehr beschreiben:
  • Benutze dein Handy, so dass du nichts sehen oder die anderen Fußgänger vorbei gehen lassen musst.
  • Laufe niemals allein. am besten laueft man in Gruppen von mindestens drei Leuten, langsam. Somit lauft man nicht allein vor den Roller.
  • Wenn du auf den Bus wartest (zu Erinnerung, man stellt sich einfach an die Strasse und winkt den fahrenden Bus ran, auf den man dann aufspringt) bilde eine Gruppe. Es ist sicherer in einer grossen Gruppe.
  • Ueberquere die Strasse in der Naehe eines Zebrastreifens oder eine Fussgaengerueberfuehrung. Wenn man die Hand zur Seite raushaelt kann man heranfahrende Autos und Busse warnen, dass man vorhat die Strassenseite zu wechseln. Normalerweise halten sie an, Rollerfahrer allerdings nicht.
  • Denke gar nicht erst daran Fusswege zu benutzen.
In diesem Sinne! Frohes Laufen!



Donnerstag, 1. März 2012

Macet - Ergänzung

Heute gab es im Magazin "Jakarta Expat" (ein englischsprachiges Magazin für die ausländischen Facharbeiter hier) einen Artikel über die Verkehrssituationen in Jakarta und Bangkok, wobei Jakarta ziemlich schlecht abschneidet. Leider ein paar Tage zu spät für meinen Blogbeitrag, aber ich möchte doch gerne drei Zitate bringen:

"Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Jakarta's Straßen beträgt 5 km/h." - ohne Worte -

Das zweite Zitat bezieht sich darauf, dass in Bangkok viel getan wurde, um die Straßen zu entlasten. Es gibt gut strukturierte, breite, neue Hochstraßen und Züge, die den Verkehr im Zentrum entlasten. Das hat zu einer neuen Infrastruktur geführt. In Jakarta gibt es seit Jahrzehnten diesselben schmalen (kurvigen) Straßen.

"Ich habe Bangkok und Jakarta vor 25 Jahren besucht und in beiden ungefähr 18 Jahre gewohnt. Die Veränderungen in Bangkok im letzten Jahrzehnt allein haben mich bei meinem letzten Besuch gezwungen, mir einen neuen Stadtplan zu kaufen. In Jakarta dagegen kann man immer noch seinen Reiseführer verwenden, den man vor 25 Jahren gekauft hat."

Es ist ja nicht so, dass die Politiker hier sich keine Gedanken machen. Es gab den Versuch eine Hochbahn zu bauen. Dann ging das Geld aus, bzw. die Regierung hat gewechselt, bzw. es wurde nicht genug bestochen, bzw... Dabei wird hier so viel gebaut: Eine Mall nach der anderen... Korruption lässt grüßen.

"Es gibt immer immer noch Gespräche über eine Hochbahn. Pylone wurden in den Boden gestampft und nun werden sie dafür genutzt um für Clowns und Kindermädchen Werbung zu machen während Graffiti_Künstler einen Ort bekommen ihre Arbeiten auszustellen. Es gibt einen Plan, die Arbeit bald wieder aufzunehmen, aber keiner macht sich wirklich Hoffnungen."


Diese schöne unfertige Straßendekoration ziert einige Straßen dieser Stadt, leider ohne dass daran gearbeitet wird